19
2012
5 hilfreiche Tipps, wie man denkwürdige Charaktere erschafft
Überzeugende Charaktere sind das Kernstück jeder Erzählung. Damit die Charaktere überzeugen und echt wirken, müssen sie möglichst komplex und mit einer Reihe von Eigenschaften ausgestattet sein. Vor allem aber sollte der Autor selbst seine Charaktere gut kennen. Auch wenn Ihr gar nicht jedes Detail, das Ihr über die jeweilige Figur wisst, verwendet, hilft es Euch, das Verhalten und den Antrieb der Charaktere zu beschreiben.
1. Ein passender Name
Als erstes solltet Ihr Eurem Protagonisten einen Namen geben, mit dem Ihr Euch wirklich wohlfühlt. Denkt daran, wie oft Ihr den Namen schreiben, denken und aussprechen müsst – Ihr solltet ihn also zumindest mögen. Darüber hinaus sollte der Name auch für die Leser nicht zu schwierig sein. (Mehr zu diesem Thema könnt Ihr auch im Artikel der letzten Woche nachlesen.)
2. Das äußere Erscheinungsbild
Dann empfiehlt es sich, eine kurze Biographie für jeden neuen Charakter festzuhalten. Natürlich müsst Ihr Euch zunächst ein passendes Erscheinungsbild überlegen (Alter, Größe, Statur, Augen- und Haarfarbe). Manchen Autoren hilft es, das Internet und Zeitschriften nach Bildern zu durchsuchen, die zu den Charakteren passen. Wenn Ihr dazugehört, druckt Euch das Bild am besten aus und klebt es Euch neben die Kurzbiographie Eures Charakters.
3. Typische Charaktereigenschaften
Mit dem Äußeren ist es aber bei Weitem nicht getan. Überlegt Euch bei der Entwicklung der Persönlichkeiten folgende Aspekte:
- Welches Temperament hat mein Charakter?
- Wie ist seine moralische, ethische und religiöse Einstellung?
- Wo steht er politisch?
- Was sind seine Hobbies und Gewohnheiten, was seine Sonderheiten, Vorlieben und Abneigungen?
- Welche Ängste oder sogar Phobien verfolgen ihn?
- Welche Ziele hat er – langfristig und kurzfristig?
- Was sind seine Hoffnungen und Träume?
All diese Entscheidungen helfen Euch, den Charakter später zu beschreiben und handeln zu lassen.
4. Persönliche Stärken und Schwächen
Nach diesen Schritten habt Ihr Charaktere, mit denen Ihr arbeiten könnt, diesen muss aber noch Leben eingehaucht werden. Überlegt Euch, was die größten Stärken Eures Charakters sind und gebt ihm mehrere gute Eigenschaften. Fügt aber anschließend auch eine entscheidende Schwäche hinzu. Natürlich sollte – zumindest beim Hauptcharakter – die Schwäche nicht dazu führen, dass er für den Leser vollkommen unsympathisch wird, sie sollte aber für den Charakter schon eine untergründige Spannung bilden, die sein Verhalten steuert. Zusätzlich solltet Ihr Euch ein Problem ausdenken, das sich letztlich aus der Schwäche des Charakters ergibt. Dieses Problem sollte für den Charakter schwierig oder angsterfüllt zu überwinden sein. So könnt Ihr Eure Geschichte auch darum drehen lassen, wie Euer Charakter damit ringt, dieses Problem zu überwinden um es zum Schluss in einen Erfolg zu wandeln. Damit habt Ihr automatisch schon einen Nebenerzählstrang geschaffen, der Eurer Geschichte und natürlich Eurem Charakter Tiefe verleiht.
Um Euren Protagonisten möglichst überzeugend zu gestalten, solltet Ihr so lange wie möglich aus seiner Perspektive beschreiben. Was er nicht selber sieht oder hört, sollte auch der Leser nicht wahrnehmen. Außerdem solltet Ihr Euch bemühen, möglichst alle Sinne des Protagonisten zu beschreiben. Was sieht, fühlt, riecht, schmeckt und hört er?
5. Die eigene Entwicklung
Für jede Geschichte ist es wertvoll, wenn der Hauptcharakter Krisenmomente hat und schwerwiegende Entscheidungen zu treffen hat. Am Ende der Erzählung sollte er eine Änderung vollzogen und sich weiterentwickelt haben, indem er etwa ein moralisches Dilemma überwunden oder einen harten Kampf hinter sich hat und dabei Opfer bringen musste: er könnte zum Beispiel seinen Glauben oder sein Gewissen verloren haben. Er könnte, um eine moralisch richtige Entscheidung zu treffen, alles verlieren, was ihm wichtig ist.
Eine weitere Möglichkeit ist, ihn seine größte Schwäche überwinden zu lassen. Auf jeden Fall sollte er am Ende der Erzählung nicht mehr ganz derselbe sein wie zu Beginn, sodass der Leser diese Entwicklung miterleben und mitfiebern kann.
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