25
2012
So geht’s: Die perfekte Charakterbeschreibung Eurer Protagonisten
Wie gut und überzeugend eine Charakterbeschreibung wird, hängt maßgeblich auch davon ab, welches Verständnis der Autor von der menschlichen Psyche hat und wie gut er sich in Situationen und andere Personen hineinversetzen kann. Dabei solltet Ihr Euch folgendes überlegen: Wie weit könnt Ihr gehen? Wie weit solltet Ihr gehen? Porträtiert Ihr die Persönlichkeiten Eurer Charaktere und ihre Motivationen überzeugend?
Wie weit Ihr gehen könnt, hängt von Euren Erfahrungen und Eurer Fähigkeit ab, Euch in andere hineinzuversetzen. Stellt Euch zum Beispiel vor, Ihr wollt eine Person beschreiben, die fremdgeht, Ihr selbst lebt aber in einer monogamen Beziehung. Dann müsst Ihr Euch damit auseinandersetzen, ob Ihr die Gefühle des Charakters trotzdem überzeugend beschreiben könnt. Ihr müsst Euch Beweggründe und Gefühle überlegen, die Euch selbst fremd sind – wichtig ist, dass Ihr sie überzeugend nachempfinden und beschreiben könnt.
Als Autor wird es euch ständig passieren, dass Eure eigene Einstellung und Eure Überzeugungen überhaupt nicht mit denen Eurer Charaktere übereinstimmen. Daher ist es in solchen Fällen wichtig, in sich zu gehen und sich selbst zu überlegen, wie weit man gehen kann, dass einem die Leser das Geschriebene und die Motivation der Charaktere abnehmen.
Wie weit Ihr gehen solltet, hängt immer auch von Eurem Zielpublikum und dem Genre ab, in dem Ihr Euch bewegt. Bei einem Action Thriller etwa sind die inneren Beweggründe der Charaktere mit Sicherheit nicht so wichtig wie in einer literarischen Erzählung, in der die Beschreibung des Innenlebens der Protagonisten entscheidend ist und wirklich in die Tiefe gehen sollte. Wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass Ihr das Genre, in dem Ihr veröffentlichen wollt, auch selbst viel lest, um ein Gespür dafür zu bekommen.
Wenn Ihr die Persönlichkeiten Eurer Charaktere entwickelt habt, müsst Ihr Euch überlegen, wie Ihr diese beschreibt und an den Leser vermittelt. Beobachtet dafür die Leute, die Ihr kennt: Wie drücken sie Nervosität aus? Beschreibt die Körpersprache Eurer Charaktere, ohne jedes Mal auszuformulieren, wie sie sich fühlen. Handlungen sprechen oft für sich. Arbeitet nach dem Prinzip „show, don’t tell“. Wenn ein Leser an jeder Stelle gesagt bekommt, wie die Charaktere sich fühlen, wirkt die Geschichte schnell konstruiert und dem Leser wird kein Raum zur Interpretation gelassen. Lasst seine Handlungen und Körpersprache für ihn sprechen. Entscheidendes über Charaktere kann man auch über Dialoge vermitteln. Wie verhält er sich anderen gegenüber, wie spricht er?
Hilfreich bei der überzeugenden Charakterbeschreibung kann auch sein, die eigenen Beziehungen im Leben zu analysieren. Welche Eigenschaften und Handlungen Eurer Familienmitglieder rufen welche Gefühle in Euch hervor?
Beobachtet Euer Umfeld, versetzt Euch in fremde Situationen und Gefühle, gesteht Euch aber auch ein, wo Eure Grenzen sind. Diese Tipps werden Euch hoffentlich bei einer überzeugenden Charakterbeschreibung Eurer Protagonisten helfen.
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