Mai
1
2012

Was man bei der Darstellung von Bösewichten unbedingt beachten sollte

Was man bei der Darstellung von Bösewichten unbedingt beachten sollteUm Eurer Geschichte mehr Komplexität zu verleihen und sie möglichst überzeugend für den Leser zu gestalten, solltet Ihr auch auf die Darstellung des Bösewichtes achten. Dieser ist ein wichtiger Antrieb in jeder Geschichte und sollte deshalb gut ausgearbeitet sein – Ihr solltet auf ihn genauso viel Mühe verwenden wie auf Euren Protagonisten. Wichtig ist, dass der Bösewicht glaubwürdig, aber nicht liebenswert ist. Er sollte dreidimensional und logisch sein, mit ganz eigenen Persönlichkeitsmerkmalen und Beweggründen. Dies ist ein schmaler Grat. Der Leser muss verstehen, was der Bösewicht tut und warum er es tut, ohne dass er mit dem Bösewicht mitfiebert.

Allzu oft werden Bösewichte als Stereotypen dargestellt, die nichts anderes im Sinn haben als böse zu sein und dadurch flach und engstirnig wirken. Das überzeugt keinen Leser und tut dem Plot nicht gut, denn ein einfach nur böser Schuft stellt eine geringere Bedrohung dar, da vollkommen böse gleichzusetzen ist mit vollkommen schwach. Dies lässt gleichzeitig den Protagonisten in einem schlechteren Licht dastehen, denn es senkt die Wertschätzung des Lesers für den Protagonisten, wenn er sich lediglich gegen einen „schwachen“ Bösewicht behaupten muss. Wenn er es hingegen mit einem komplexen, kalkulierenden Bösewicht zu tun hat, der aus der eigenen Sicht völlig berechtigte Gründe für seine Taten hat, ist es eine viel größere Errungenschaft, sich gegen diesen durchzusetzen und stärkt Euren Protagonisten aus Sicht des Lesers enorm. Wenn Euer Bösewicht gerissen, schlau und verdammt gut ist, dann wird Euer Protagonist automatisch gerissener, schlauer und besser sein, wenn er sich gegen den Bösewicht durchsetzt.

Zudem erhöht es die Spannung enorm, denn bei einem würdigen Gegenspieler für Euren Protagonisten scheint der Ausgang nie klar zu sein – es könnte so oder so kommen.

Bedenkt auch, dass niemand sich selbst als dumm, geisteskrank oder böse beschreiben würde. Dies gilt auch für Euren Schurken. Seine eigenen Beweggründe werden für ihn immer gerechtfertigt und logisch sein und deshalb solltet Ihr dies auch immer ehrlich darstellen, wenn Ihr etwa aus seiner Perspektive scheibt.

Wenn Ihr es schafft, Euren Bösewicht aus seiner Sicht als intelligenten, logischen, komplexen Menschen darzustellen, mit der Fähigkeit zu Verständnis und Vernunft, der tut, was er tut, weil seine Gründe für ihn vernünftig und gerechtfertigt sind, dann habt Ihr einen glaubwürdigen Schurken geschaffen.

Und denkt auch immer daran, wie viel Spaß es als Leser machen kann, einen windigen Schurken leidenschaftlich zu hassen.

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